Ein ganz normaler Tag*

Ein ganz normaler Tag*

Einblicke in meinen Reisealltag

18. April 2019. Irgendwo im Nirgendwo sind wir. Ich habe mich ja langsam daran gewöhnt, dass meine fellosen Freunde nicht gerade viel davon halten mitten in der Nacht aufzustehen. Also heisst es erstmal entspannen und ein paar frische Grashalme verputzen, bis sich endlich was in diesem super kleinen Ministall regt, der neben mir auf der Weide steht.

Immerhin hatte ich heute Nacht nicht schon wieder Besuch von diesen kleinen Erdmonstern, die im Dunkel buddeln. Das war vieleicht gruselig, als sie versuchten den Boden unter meinen Hufen zu untergraben. Ich dachte es bricht alles unter mir auf, als sie sich dann frecherweise, versuchten aus ihren geheimen Höhlen zu katapultieren. Nur gut, dass ich sie erfolgreich mit ein paar lauten Rufen verjagen konnte. Wer weiß was sonst passiert wäre.

Meine Freunde haben wirklich Glück einen so wachsamen Esel in ihrer Herde zu haben.

Zum Dank gibt es direkt frisches Wasser und Heu. So kann es einem Esel gut schmecken. Obwohl ein zwei Möhrchen die Krönung des kulinarischen Hochgenusses bedeuten, aber gut, meine Nase ortet leider heute morgen nichts.

Nach dem Frühstück geht es dann auch endlich los. Schließlich warte ich die ganze Nacht schon auf neue Begegnungen und Abenteuer.

Der Weg heute ist sehr vielversprechend. Frische saftige Gräser und unwiederstehliche Löwenzähnchen in Hülle und Fülle. Ein Schelm, wie ich, weiß allerdings wie er doch zwischendurch in den Genuss dieser leckeren Köstlichkeiten kommt und ich mopse mir immer wieder einige Halme und Blüten. Ich glaube es hat auch keiner gemerkt, denn darin bin ich wirklich äußerst geschickt.

Wirklich interessant. Ich wusste gar nicht wie schwer es sein kann eine nette Dame zu finden. Selbst die Pferdedamen reagieren äußerst seltsam auf mich. Einige versuchen mir den Hof zu machen, was mir durchaus schmeichelt. Andere hingegen beachten mich noch nicht einmal, obwohl ich alles tue ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Und mal ganz ehrlich ich bin doch ein hübscher Esel. Oder?

Und dann seh ich sie….

Eine Eseldame. Sie taucht auf, als sich die Pferde im Gehege über mich unterhalten. Zugegeben sie ist etwas scheu, doch versuchen will ich es trotzdem. Plötzlich steht jedoch dieser Angeberhengst am Zaun und bildete sich doch tatsächlich was auf seine Größe und seine dunkle wallende Mähne ein. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Er meint doch tatsächlich er könne mich einschüchtern. Da hat er die Rechnung aber ohne mich gemacht. Schließlich steh ich auf der anderen Seite des Zauns, als freier Esel und kann mein Lachen nicht verbergen. Die Dame blickt mich an und ich glaube ein wenig fliegen die Funken, zumindest knistert es ganz schön.
Mir ist durchaus bewusst, dass unsere Leben viel zu unterschiedlich sind und so muss ich sie stehen lassen um eine Dame zu finden, der es möglich ist ein ebenso abenteuerliches Leben zu führen wie das meine ist.

Unzählige Kilometer sind wir gelaufen. Viele interessante Damen durfte ich heute kennenlernen, doch kurz vor unserem Ziel erblicke ich die perfekte Frau. Sie ist frei und blickt erhaben und ruhig auf mich.

Ich glaube die gute Stute ist genauso begeistert von meiner Wenigkeit. Sie lässt sich beschnuppern und beschmusen. Gut ihr Fell könnte etwas weicher sein, aber ihre langen schönen Beine lassen mich über diesen kleinen Makel hinweg sehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie die Liebe meines Lebens geworden wäre, würde man mich einfach mal machen lassen.

Meine fellosen Freunde sehen das allerdings anders und ich muss weiter, damit sie wieder ihren Ministall aufbauen können. Gar nicht lustig ist das. Selbst ein paar leckere Möhrchen können mich heute nicht mehr beschwichtigen. Ich hoffe einfach, dass es morgen besser läuft und ich doch noch eine nette Gefährtin für meine Reise finde. Ich ruh mich jetzt erstmal aus und träume noch ein wenig…

Bis bald, dein Kalle

*Kalle*


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