Letzte Chance – Portugal

Letzte Chance – Portugal

Nach mehr als 7 Anläufen, 4 Tagen ausharren, vielen langen Gesprächen und dem mittlerweile dritten Genzposten, fuhren wir, bedingt durch einen Tipp der Guardia Civil, von unserem aktuellen Standort bei Valencia de Alcántara weiter Richtung Süden. Am nächsten Grenzübergang, bei Badajoz, soll es wohl möglich sein, mit unseren Dokumenten und Erklärungen, eine Einreise nach Portugal zu erzielen.

Nun gut, was den Auf, Ab, Um und wieder Aufbau unseres Aussenlagers angeht, hatten wir die letzten Tage ausgiebig testen können und reichlich Übung darin erlangt. Für uns, als Pilgerfamilie, war es soweit ja auch nichts neues, doch unsere fleißigen Helferchen taten uns schon ein wenig leid.

Auch Kalle & Idéfix konnten eine Menge dazulernen und wurden, was das Verladen in den Transporter anging, immer selbstständiger.

Hier zeigte sich erneut, dass man einfach geduldig sein und den Tieren Vertrauen schenken muss. Dann funktioniert meistens alles von ganz allein.

Die zwei wissen aber auch ganz genau wo ihre Herde, ihre Familie, ist und suchen immer und immer wieder den Kontakt.

Nachdem alles gut verstaut und am rechten Fleck war, starteten wir die Motoren und machten uns auf…

auf ins Ungewisse.

Doch dieses Mal hatten wir, für das Vorgehen am Grenzübergang, einen etwas anderen Plan. Ob es klappt weiß natürlich niemand, doch auch hier geben wir die Hoffnung nicht auf. Der Versuch macht halt Klug.

Am Grenzposten angekommen, fuhren wir zu erst zu den netten Kollegen der Guardia Civil und erzählten ihnen unsere Geschichte und unser Anliegen. Wir stießen direkt auf sehr viel Verständnis und schauten auf der einen Seite, inspiriert von unserer Story, in lächelnde und auf der anderen Seite, bedingt durch die vielen vorherigen Ablehnungen, in traurige Gesichter.

Man wolle uns hier keine Steine in den Weg legen, doch entscheiden würden es immer noch die portugiesischen Beamten. Falls man uns jedoch wieder zurückschickt, hätten wir freie Fahrt und wären herzlich willkommen in Spanien.

Gespannt, was die Beamten auf der anderen Seite der Grenze zu unserem Konvoi sagen, fuhren wir los. Die nur knapp 1. 500 Meter kamen uns vor wie 1.500 Kilometer und zogen sich.

Langsam fuhren wir an den Grenzposten heran und wurden, Zwecks Kontrolle, an die Seite gelotst. So angespannt und nervös, wie zu diesem Zeitpunkt, waren wir alle seit langem nicht mehr. Wir öffneten das Fenster und man fragte uns höflich nach unseren Papieren. Kein Problem bis hierher.

Dann fragte der Grenzbeamte nach unserem Anliegen in Portugal und ob die beiden Fahrzeuge, samt Insassen, zusammengehören würden. Beides konnten wir ihm plausibel beantworten und zeigten noch kurz unsere Bescheinigung zum neuen Wohnort…

„Eine gute Fahrt wünsche ich Ihnen!“

Hat er das jetzt wirklich gesagt?

Ja… es waren wirklich seine Worte. Direkt und ohne großes Nachfragen fuhren wir los. Beim ersten Kreisverkehr, ca. 1km hinter der Grenze, fuhren wir auf einen kleinen Parkplatz.

Wir hielten an, schauten uns alle unglaubwürdig an und mussten vor Freude…

weinen, lachen, singen, hüpfen und uns einfach nur gemeinsam freuen!

Wir haben es Geschafft… endlich in Portugal!

Wie es für uns in Portugal weitergeht, erfahrt Ihr in Kürze…

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