Pilgern was ist das?

Pilgern was ist das?

Das Pilgern ist auf eine lange Tradition zurück zu führen. Die Pilgerschaft ist nicht nur ein Phänomen aus dem Christentum, sondern findet in allen Kulturen statt und ist somit eine Brücke, die alle Religionen miteinander verbindet.
In früheren Zeiten diente diese Reise, der Vergebung der Sünden. Die Menschen nahmen lange und beschwerliche Wege auf sich, um am Ende ihre irdischen Sünden vergeben zu bekommen. Aber auch eine gewisse Sinnsuche spielte damals immer wieder eine große Rolle für den Antritt einer Pilgerreise. Zu diesen Zeiten wurden die Menschen mit einem Brief der Kirche auf Pilgerschaft geschickt. Dieses offizielle Schreiben diente den Pilgern als „Eintrittskarte“ und ermöglichte Übernachtungen und Speisungen auf den entsprechenden Wegen. Auf dem Jakobsweg trugen die Menschen vielfach große Jakobsmuscheln mit sich. Diese erfüllten weniger den Zweck eines Erkennungsmerkmals (wie es heute überwiegend der Fall ist), sondern dienten eher als Trinkgefäß um aus Bächen und Pfützen unterwegs Wasser schöpfen zu können.

Am Zielort angekommen erhielten die Pilger von der Kirche ein erneutes Schreiben, welches den erfolgreichen Abschluss der Pilgerschaft beurkundete. Dieses ist mit der heutigen Compostela auf dem Jakobsweg vergleichbar.

Der Ablauf einer Pilgerschaft hat sich kaum verändert. Die Menschen begehen die Pilgerwege nur heute eher selten als gesamte Strecke von der Haustür aus. Jedoch führen auch die Pilger der heutigen Zeit ein Ausweisdokument mit sich um ihren Weg zu dokumentieren. Dieser sogenannte Pilgerpass wird in den verschiedenen Gemeinden täglich abgestempelt und dient nach wie vor als Eintrittskarte für die Herbergen entlang der Pilgerwege. Am Zielort angekommen dient er als Wegnachweis für die Compostela. Vielfach wird dieser als Erinnerungsstück aufbewahrt, so können Erinnerungen und Begegnungen immer wieder in Gedanken neu aufleben.

Das Wort Pilger stammt übrigens vom lateinischen Wort „peregrinus“ und bedeutet Fremder.


Das Fremdsein ist in unserer heutigen Gesellschaft für viele Suchende ein wichtiges Thema. Alltagsstress, zunehmend weniger Menschlichkeit, Schicksalsschläge oder einfach nur die Suche nach dem eigenen Sinn im Leben sind meist die heutigen Beweggründe vieler Pilger sich auf den Weg zu machen. Allerdings gibt es auch heute noch Reisende die sich bewusst auf der Suche nach Gott auf den Pilgerwegen wiederfinden.

Meist sind es besonders die Landschaften, Begegnungen und kleinen Dinge am Rande des Weges, sowie ein auf das Nötigste beschränkter Rucksack, der das Bewusstsein jedes Einzelnen verändert. Überall entdeckt man Spuren von Menschlichkeit, Glauben und kleinen Wundern die nicht nur den eigenen Sinn wiederfinden lassen, sondern auch Viele wieder näher zu Gott führen.

So werden auf der langen Reise neue Erkenntnisse verflochten die den Fremden zu einem Erkennenden werden lassen.

Eine Pilgerreise führt dazu sich mit sich selbst und Gott auseinander zu setzen, Erfahrungen zu machen und somit ganz angenommen zu sein.

Buen Camino!

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