Tag 53 von Toul (F) nach Domgermain (F)

Tag 53 von Toul (F) nach Domgermain (F)

Als der #Regen der vergangenen Tage weitestgehend nachlies, beschlossen wir unseren #Weg fort zu setzen, bevor uns die #Zelt Decke entgültig auf die Köpfe fallen würde. Einige Tage ausruhen tut ganz gut, aber #zusammengepfercht auf engsten Raum und bei starkem Regen, bleiben einem nicht gerade viele #Möglichkeiten die Zeit dauerhaft sinnvoll und kreativ zu nutzen.

Zunächst machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt um die herrliche #Kathedrale des Ortes zu besichtigen. Allerdings war Kalle nicht ganz so begeistert von der Idee, entlang der #Mosel die Stadt zu erreichen. Er beschloss lieber einen anderen Weg zu wählen und drängte auf einen #Umweg.

In seiner #Vorstellung könnten sich schließlich #Krokodile in den Tiefen des Flusses befinden und Esel meiden bekanntlich lieber den #Kontakt zu diesen.

Ohne vermeintliche Gefahr taperte unser Track zur #Cathédrale Sáint-Ètienne de Toul. Wie ein großer #Wächter trohnen die Türme der Cathédrale innerhalb der Altstadt von #Toul und haben ein wachendes Auge auf das tägliche #Schauspiel in den gemütlichen Straßen der Stadt.

Die Kathedrale beheimatet ein wunderbar abwechslungsreiches Innenleben aus verschiedenen #Epochen. In jedem Winkel der besonderen Dame erblickt der Besucher #Artefakte quer durch die christliche #Geschichte. Die verschiedenen Bilder fügen sich perfekt in das Große und Ganze ein, ohne vom eigentlichen abzulenken.

Durch die #Gassen der Altstadt entfernten wir uns, Schritt für Schritt, um Toul hinter uns zu lassen. Doch bevor es soweit ist #genießen wir das französische #Flair nochmal. Dieses endete apruppt auf den letzten Metern.

Die #Kinder staunten nicht schlecht als sie die Tore der #Kaserne in Toul erblickten. Ein wenig #erführchtig fiel ihr Blick auf die ansässigen #Soldaten an der Pforte des Truppenkomplexes. Dieser zog sich eine gefühlte #Ewigkeit an der Straße entlang. Während die Kinder in ihrer #Phantasie von Abenteuern und Spielen verdanken, kam bei uns Erwachsenen eher ein anderes #Gespräch zustande. Wir hatten Gedanken und Bilder vorangegangene #Kriege im Kopf und philosophierten über eine #Welt ohne #Gewalt, ohne #Waffen und Krieg.

Der sich anschließende #Friedhof RCAF unterstrich unsere Gedanken nochmal.

Auch die Kinder wurden sehr #andächtig und es kamen viele Fragen dazu auf. Es entstand ein Gespräch über #Sinn und #Unsinn von Kriegen. Der Kleinste unsere Runde hatte hierzu eine nahezu #grandiose Idee. Er wollte sämtliche #Panzer und Waffen mit leckeren #Gummibärchen und #Schokoladentäfelchen, sowie kleinen #Essenspaketen beladen und diese dann verteilen. Er hatte richtig erkannt, dass es sinnvoller ist #Menschen zusammen zu führen und zu helfen, statt mit Gewalt Tränen, #Verletzungen, #Zerstörung und #Tod zu hinterlassen. Er sagte ganz treffend, dass so die Menschen wieder lachen und sich freuen können, statt über soviel trauriges zu weinen. Nun möchte er die #Welt mit Gummibärchen und Schokolade zu einem besseren Ort machen.

Wir finden es super und können da #Grönemeyer nur zustimmen… „Kinder an die Macht!“ 😉

Wir biegen, noch immer in Gedanken versunken, Richtung #Domgermain ab. Das Wetter gab auch heute ein sehr #wechselhaftes Bild ab. Ein ständiger Wechsel aus #Sonne und Regen begleitete uns bereits den gesamten Tag und unterstrich an den richtigen Stellen sämtliche #Erlebnisse und Gedanken. Nun verzog sich allmählich der Schauer und machte Platz für eines der schönsten #Schauspiele die Mutter Natur in den grauen Himmel zaubern kann. Besonders inmitten des dunkelgrauen Himmels wirkten die Farben des #Regenbogens besonders intensiv.

Eine Dame aus dem nächstgelegenen Dorf fuhr an uns vorbei und lud uns ein, bei ihr im Garten zu übernachten.

Eine sehr #hilfsbereite und #freundliche Geste. Wir freuten uns sehr über die Gastfreundschaft. Doch als wir den #Garten der Dame sahen, beschlossen wir lieber eine andere #Wiese zu suchen. Der Rasen des Gartens war nicht nur sehr gut gepflegt und sicherlich noch eines jüngeren Alters, sondern auch sehr durchgeweicht von den #Regengüssen der letzten Tage. Kalle hätte sicherlich seine Freude gehabt, der Garten wäre allerdings nicht mehr der selbe gewesen. Bei der Vorstellung, dass satte Grün morgens als braunes matschiges #Schlachtfeld vorzufinden, lief es uns kalt den Rücken hinunter.

Wir fragten höflich nach einer möglichen anderen #Lösung und teilten die Bedenken mit.

Gegenüber lag eine Wiese, die nicht mehr zum Wohngebiet gehörte und durchaus geeignet schien, Kalles Hufe im schlammigen Untergrund zu trotzen. Leider konnte der #Eigentümer nicht erreicht werden, er war weder zu Hause, noch war er telefonisch erreichbar.

Wir waren sehr dankbar für die #Bemühungen der Frau und beschlossen uns weiter auf den Weg zu machen. Wir #bedankten und verabschiedeten uns herzlich.

Nach einigen weiteren #Kilometern und zwei Bauerngütern, ohne eine #Menschenseele, erreichten wir Domgermain. Langsam ließen die Kräfte nach. Es war ein Tag voller Eindrücke, Gedanken und vor allem seelischer #Anstrengungen. Wir versuchten uns nach einer Wiese durchzufragen doch auch hier war keine Menschenseele anzutreffen. Der #Ort wirkte wie leer gefegt, niemand öffnete die Tür. Am Eingang des Ortes hatten wir bereits ein geeignetes #Fleckchen gesehen und waren gedanklich dort mit dem Aufbau des Nachtlagers beschäftigt. Plötzlich jedoch erblickten wir doch noch menschliches Leben an einem Fenster einige Häuser weiter. Während Matthias mit dem Mann über die #Möglichkeit sprach, ggf. auf der Wiese am Ortseingang zu übernachten, kam ein Mann auf mich zu und fragte mich sehr interessiert, was wir machen und wohin unsere #Reise gehe. Ich klärte ihn über unser Vorhaben und unsere #Beweggründe auf und ein wirklich tolles Gespräch entstand. Er stellte sich uns vor und lud uns spontan zu sich nach Hause ein. Er beschrieb uns kurz den Weg und fuhr dann vor, da er uns bei seiner #Familie noch ankündigen wollte.

Wir trafen #Vincent kurz vor seinem Haus wieder, verstauten unseren #Sulky sicher und führten Kalle in den traumhaften Garten der Familie. Er lud uns ein den #Abend und die #Nacht mit im Haus zu verbringen und so war der Garten nun ein #Freilandparadies für Kalle, damit auch er in unsere Nähe bleiben konnte. Kalle freute sich, wie wir, riesig über diese Einladung.

Wir erlebten einen unglaublich schönen Abend, mit einem vorzüglichem #Abendessen, leckeren #Getränken, tollen Gesprächen und mit einer #Gastfreundschaft, von einer Familie der ganz besonderen Art.

Kalle liebte das #freie toben im Garten und nutzte die #Vielfalt des Geländes.

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